
Alexander Taubert: "Am Anfang lief es ganz gut auf dem Rad, dann sind die Schwerzen im Knie wieder gekommen. Ich dachte schon, dass ich das Rad in der zweiten Wechselzone abstellen kann. Dann konnte ich aber noch was draufpacken. Ich bin gelaufen was ich konnte. Zwischenzeitlich bin ich sogar etwas näher an Chris rangekommen, da dachte ich kurz sogar es geht noch was."



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Alex Taubert erfüllt sich drei Wünsche auf einmal
TRIATHLON: "Eisenmann" holt in Roth zwei Titel und feiert seine neue
Bestzeit
Alex Taubert hat zum wiederholten Mal seine Kritiker Lügen gestraft.
Beim Quelle Challenge in Roth belegte er nach sensationellem Rennen
den zweiten Platz im Gesamtfeld hinter dem Australier Chris
McCormack. Damit sicherte er sich den Titel des Deutschen Meisters
über die Langdistanz. Wir haben uns nach diesem Erfolg mit dem
36-Jährigen unterhalten.
Herr Taubert, können Sie sich uneingeschränkt über Ihre Leistung
freuen oder ärgern Sie sich auch, dass Sie den Gesamtsieg knapp
verpasst haben?
ALEX TAUBERT: Ich bin überglücklich und freue mich riesig über Platz
zwei und die Deutsche Meisterschaft. Bester Deutscher zu werden, ist
ein tolles Gefühl, das für das harte Training der letzten Wochen
entschädigt. Ärger gibt es nicht, denn Chris McCormack war einfach
der Stärkste.
Beim schwächer besetzten Kraichgau-Triathlon waren Sie Fünfter, in
Bonn nur Sechster - und nun dieser Geniestreich in Roth. Wollten Sie
unterschätzt werden?
TAUBERT: Nein, dort ist einfach nur nicht alles nach Plan gelaufen.
Im Kraichgau wurden wir beim Schwimmen vom Führungskajak
fehlgeleitet. Als ich dann in die Wechselzone kam, hielt ich das
Rennen für gelaufen. Die ganze Motivation war dahin. Bonn war für
mich von Anfang an nur ein Vorbereitungswettkampf.
Beim Schwimmen legten Sie die 3,8 Kilometer in 48,28 Minuten zurück,
auf dem Rad erreichten Sie ein Stundenmittel von Tempo 40,4 und
setzten dann einen 2:49-Marathon drauf. Damit haben Sie Ihre Bestzeit
auf 8:08 Stunden verbessert.
TAUBERT: Das ist genial. Vorher lag meine Bestzeit bei 8:26 Stunden,
jetzt war ich 18 Minuten schneller - was will man mehr?
Wie sehr haben Sie Ihre jüngsten Verletzungen beeinträchtigt?
TAUBERT: Die Patella-Sehne und den Ischias-Nerv habe ich über die
gesamte Rad-Distanz gespürt. Ich dachte schon, ich müsste das Rad in
der zweiten Wechselzone abstellen. Dann ging es beim Laufen aber doch
ganz gut. Als dann bei Hälfte der Laufstrecke die Beine schwer wurden,
habe ich mich nur noch darauf beschränkt, den zweiten Platz zu
sichern.
Wer über acht Stunden Höchstleistung bringt, hat sicher auch einige
Schwächeperioden zu überwinden.
TAUBERT: Schwächephasen macht jeder durch. Wenn man eine solche bei
seinen Gegnern bemerkt, versucht man sie auszunutzen. In der ersten
Runde fühlte ich mich stark und wollte Lothar Leder und Timo Bracht
wegfahren, kam aber nicht weg. Ich selbst musste bei Kilometer 140
leiden.
Das kann man vom Schwimmen nicht behaupten. Da hatten Sie Zeit, Ihren
am Ufer mitlaufenden Teamkollegen zuzuwinken.
TAUBERT: Zu diesem Zeitpunkt war mir etwas langweilig, denn wir sind
fast gestanden. Da habe ich mir gedacht, die Jungs laufen doch
bestimmt nebenher, und dann schaue ich mal nach denen.
Neben Ihrem Einzeltitel haben Sie zusammen mit Timo Bracht und Martin
Schmidtke auch den Titel des Deutschen Mannschaftsmeisters errungen.
TAUBERT: Timo war wieder sehr stark, und auch Martin hat ein
Super-Rennen gemacht. Dass es zum Mannschaftstitel gereicht hat, ist
doppelt schön. mh
© Mannheimer Morgen - 05.07.2005
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